Alles für Zweiräder auf vier Rädern

Von Von Stephan Agnolazza

In Ruggell hat vor zwei Wochen ein neues Unternehmen gestartet: Fixfox. Die beiden Gründer wollen die Velo-Reperatur neu denken. Statt den Drahtesel mühsam in eine Werkstatt zu schleppen, soll dieser in Zukunft in einer mobilen Werkstatt vor Ort repariert werden.

Die erste mobile Velo-Werkstatt ist seit Kurzem in Liechtenstein unterwegs. Weitere Standorte folgen nächstes Jahr. Bild: zVg

Eigentlich ist es nur ein ganz normaler, grüner Bus –von aussen betrachtet. Doch die beiden Gründer Christoph Wiedner und Dominik Noli wollen zusammen mit Markus Rehak vom Bike-Sport-Center Ruggell genau damit einen bestehenden Markt umkrempeln. „Fixfox ist eine mobile Werkstatt für Veloreperaturen“, erklären die Gründer. Das Konzept ist denkbar einfach: Der Kunde reserviert online oder per Telefon einen Termin, die mobile Werkstatt kommt zu Hause oder am Arbeitsplatz vorbei und schon ist das Velo repariert. Von Ruggell aus will das Start-up Liechtenstein und die umliegenden Länder erobern – mittels Franchiseverträgen. Doch der Reihe nach.

Zeit sparen

„Die Idee ist es, dass man sich den Weg zum Velomechaniker sparen kann“, erklärt Noli. „Viele Kunden quetschen heute das Velo oder E-Bike irgendwie in einen PKW oder müssen einen Anhänger organisieren. Wer dann für eine ganze Familie die Velos sommertauglich machen möchte, der braucht entweder einen Kleinlaster oder fährt vier Mal zwischen Zuhause und Werkstatt hin und her.“ Das sei extrem ineffizient und wenig nachhaltig. Deshalb wolle das Start-up genau hier ansetzen.

Der Kunde kann über die App, über die Homepage oder per Telefon einen Termin buchen. Mit minimalen Angaben über das zu reparierende Gefährt –also ob es sich um ein Velo, ein E-Bike oder auch um einen Kinderwagen handelt –sowie dem genauen Standort kann die Bestellung aufgegeben werden. Das liegt daran, dass man sich bereits bei der Buchung für einen Service zum Fixpreis entscheidet. „So wollen wir Kostentransparenz herstellen“, erklären die Gründer. „Sollte es aus irgendwelchen Gründen teurer als gedacht werden, so kläret unser Mechaniker das immer im Voraus mit den Kunden ab.“

Einschränkungen beim Buchen

Beim Buchen gibt es allerdings zwei Einschränkungen. Einerseits lässt sich nicht jeder Tag in jeder Gemeinde buchen. „Wir fahren an gewissen Tagen nur bestimmte Gemeinden an. Es wäre zu ineffizient, wenn wir am gleichen Tag Malbun, Balzers und Schellenberg anfahren“, so Wiedner. „Das würde nur zu Mehrkosten führen, welche wir auf den Kunden abwälzen müssten.“ Ausserdem kann man auch keine genaue Uhrzeit festlegen, also den Mechaniker bei spielsweise am Vormittag bestellen oder am Feierabend. Wie Mechaniker Richard Bürge erklärt, sei das nicht möglich. „Wir wissen im Vorfeld oft nur, dass ‹irgendetwas quietscht›. Das kann dann natürlich alles sein. Für uns lässt sich so nicht einschätzen, ob wir nur die Bremsbeläge wechseln müssen oder ob es etwas Komplexeres, sprich Zeitaufwendigeres, ist.“ Deshalb habe man sich für ein anderes System entschieden.

Kann der Kunde nicht ganztätig zu Hause sein, stellt er sein Velo vor sein Zuhause oder seinen Arbeitsplatz und schliesst es mit einem Zahlenschloss ab. Hat er kein solches, so schickt ihm Fixfox im Vorfeld zum Selbstkostenpreis eines zu. Am Abend findet er sein Velo dann wieder an gleicher Stelle vor,– repariert oder gewartet.

Franchise-Modell eingeführt

Das Geschäftsmodell wurde von den Gründern in Ruggell entwickelt. Sie wollen ihre Idee mit einem Franchise-Modell an den Mann bzw. die Frau bringen. Dazu suchen sie in jeder Region einen Velohändler, welcher als Franchisepartner eine Region abdeckt. Seit zwei Wochen ist das Bike-Sport-Center in Ruggell einer dieser Partner. Wie dessen Inhaber Markus Rehak erklärt, erhoffe man sich so einen Mehrwert für den Kunden. „Die ersten Reaktionen waren durchwegs positiv.“ Wie Wiedner erklärt, werde Rehak der einzige Franchisepartner in Liechtenstein bleiben. „Wir werden es nach Regionen aufteilen, sodass sich die einzelnen Partner nicht in die Quere kommen“, erklärt er. Für das nächste Jahr plant das Start-up, den Betrieb in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland aufzunehmen. Geld verdienen wird das Start-up über Lizenzen und Gebühren, die von den Franchisingnehmern bezahlte werden– im Gegenzug stellt es ihnen die Infrastruktur und auch zentrale Dienstleistungen wie Schulungen und den Betrieb der Hotline zur Verfügung.

Partnergemeinden bereits an Bord

Die Kosten für den Service belaufen sich auf dem landesüblichen Niveau,– allerdings kommen für die Anfahrt noch 59 Franken extra dazu. Das dürfte den einen oder anderen kostenbewussten Kunden abschrecken. Im Gegenzug spart man einiges an Zeit ein. Wer auf die Anfahrtspauschale verzichten will, der kann die Dienstleistung an einer von Fixfox angekündigten Tour durch seine Gemeinde buchen.

Dass sich das Start-up ausgerechnet den Herbst für die Lancierung ihrer Dienstleistung ausgesucht hat, ist kein Zufall: „So können wir die letzten Kinderkrankheiten ausmerzen, bevor im Frühling die heisse Phase beginnt.“ Mit dem Start seien sie aber bereits sehr zufrieden. Vor der Lancierung konnte das Start-up ausserdem bereits sechs Liechtensteiner Partnergemeinden finden. „Jetzt werden wir uns dann noch in den einzelnen Gemeinden den Kunden vorstellen, damit uns möglichst bald alle Velobesitzer in Liechtenstein kennen“, schmunzelt Rehak.

 

Der Text ist zuerst in der Wochenzeitung „Wirtschaft regional“ erschienen.

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