"Im organischen Wachstum ist noch viel Potenzial"

Hilti ist weiterhin auf Wachstumskurs: Allein 2017 wurden tausend neue Mitarbeitende im Vertrieb eingestellt. Der Hilti-Verwaltungsratspräsident Heinrich Fischer spricht über die Erwartungen im laufenden Jahr sowie automatisierte Baustellen in der Zukunft.

Heinrich Fischer auf der Bilanzmedienkonferenz 2018. (Foto: Wirtschaft Regional)

Herr Fischer, Sie erleben einen Einstand nach Mass als Verwaltungsratspräsident von Hilti. Rekordumsatz, Wachstum in allen Regionen, Gewinn gesteigert. Ein perfekter Einstieg?

Heinrich Fischer: Das kann man so sagen, aber das ist nicht mein Verdienst. Das geht auf meinen Vorgänger Pius Baschera zurück, auf die Führungscrew und natürlich alle 27 000 Mitarbeitenden auf der ganzen Welt. Sie sind, zusammen mit unserer Strategie "Champion 2020", die Basis unseres Erfolges.

Mit der angesprochenen Strategie wollen Sie das Wachstum ja weiter forcieren. Wie wollen Sie das erreichen: Durch mehr Personal oder höhere Produktivität?

Durch beides. Wir haben ja das Glück, dass die Weltkonjunktur und die Baukonjunktur im Besonderen derzeit eine sehr gute Phase erleben. In unserem Geschäftsmodell bedeutet Wachstum aber, dass wir vorauseilend in den Verkauf investieren müssen. Wir haben unsere Leute direkt vor Ort, operieren ohne Zwischenhändler. Wollen wir im nächsten Jahr substanzielles Umsatzwachstum schaffen, müssen wir bereits im Vorjahr die dafür erforderlichen Vertriebsmitarbeitenden einstellen. Das wird so weitergehen. Alleine im vergangenen Jahr haben wir weltweit tausend neue Mitarbeiter im Vertrieb eingestellt. Insgesamt haben wir sogar 2200 neue Stellen geschaffen.

Dann dürfte der Umsatz in diesem Jahr vergleichsweise wachsen wie im vergangenen Jahr?

Wir gehen bei gleichbleibenden Marktbedingungen davon aus.

Wie sieht es mit Akquisitionen aus? Das ist ja auch ein probates Mittel für Wachstum.

Natürlich gibt es immer Objekte, die für uns interessant sind, doch unser Direktvertriebsmodell schränkt die Suche natürlich ein. Wir wollen uns auf keine Experimente einlassen. Das ist aber auch nicht weiter schlimm. Wir sehen im organischen Wachstum noch sehr viel Potenzial.

An der letzten Bilanzpressekonferenz wurde auch über die Digitalisierung gesprochen. Auf dem Bau gab es in den vergangenen Jahren kaum Produktivitätssteigerungen. Kann hier die Digitalisierung oder Automatisierung helfen?

Dank unserer Nähe zu unseren Kunden auf der Baustelle sind wir in der Lage, digitale Lösungen zu finden und aufzubauen, die einen tatsächlichen Mehrwert schaffen. Es gibt so viele Umstände zu beachten: Wer arbeitet auf der Baustelle? Wie ist er ausgebildet? Welche klimatischen Bedingungen gibt es? Mit welchen Materialien wird gearbeitet?  und vieles mehr. Hier braucht es den Umständen angepasste Angebote. Dazu gehören auch automatisierte Lösungen. Heute haben wir eine Diamant-Wandsäge vorgestellt, die man installiert und nur noch den Knopf drücken muss – der Rest passiert dann automatisch und optimal abgestimmt für den Schneidprozess. Es geht heute und in Zukunft darum, dass man die Schnittstellen zwischen Benutzern, Geräten, Plänen und Logistik immer mehr integriert. An dem arbeiten wir Tag für Tag in unterschiedlichsten Projekten.

 

Der Text ist zuerst in der Wochenzeitung „Wirtschaft regional“ erschienen.

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