Innovation mit Milliardenbewertung

Von Dorothea Alber

Anfang Mai wurde in Vaduz das House of Blockchain eröffnet. Hier sitzt auch das Start-up Aeternity. Seine Marktbewertung liegt bei einer Milliarde US-Dollar.

Aeternity-Gründer Yanislav Malahov, Liechtensteins Regierungschef Adrian Hasler und Blockchain-Rechtsexperte Thomas Nägele bei der Eröffnung des House of Blockchain. (Wirtschaft Regional)

Während die Blockchain-Technologie für viele noch ein Buch mit sieben Siegeln ist und als Mysterium daherkommt, bricht sie als digitale Revolution von allen Seiten ein - vergleichbar mit der Erfindung des Internets. Weil es eine transparente Datenbank ist, werden jede noch so kleine Einzelheiten einer Transaktion verzeichnet und jeder kann sie einsehen ein digitaler Kontoauszug praktisch.

In Liechtenstein haben sich inzwischen einige Start-ups niedergelassen, deren Geschäftsmodell auf dieser Technologie basiert. Eines davon sitzt im neu eröffneten House of Blockchain in Vaduz. Das Projekt stammt aus dem Kopf des liechtensteinischen Blockchain-Rechtsexperten Thomas Nägele.

Er holte Aeternity-Gründer Yanislav Malahov mit ins Boot, und die Idee zum Vaduzer «House of Blockchain» war geboren. Während der Eröffnung wurde Aeternity als erstes Blockchain-Unicorn Liechtensteins gefeiert. In der Start-up Szene ist erst von einem Unicom die Rede - also einem Einhorn wenn das Unternehmen mit einer Milliarde Dollar oder höher bewertet wird. Die allseits bekannten Unicorns kommen sonst meistens aus den Vereinigten Staaten, sind oft disruptiv und heissen zum Beispiel Airbnb, Hello Fresh oder Uber.

Raketenstart für Aeternity

Hinter Aeternity steht ein Team von 40 Leuten rund um Yanislav Malahov, der als Pate auch schon in die Entwicklung von Ethereum involviert war. Aeternity selber wurde 2016 gegründet. Während der Eröffnung des House of Blockchain erklärte Gründer Yanislav Malahov in seiner Rede, warum er sein Start-up überhaupt in Liechtenstein gründete. Er traf Prinz Michael von und zu Liechtenstein an einer Konferenz in Deutschland und fragte ihn nach der Regulierung in Liechtenstein.

So enstand das Unternehmen Aeternity in Vaduz, welches sich mit der Umsetzung einer neuartigen, flexibleren Art der Blockchain beschäftigt, die unter anderem auf einer hohen Transaktionsrate ausgelegt ist. Aeternity bietet damit also nichts anderes als eine Kryptowährung. Ein Aeternity-Token kann derzeit für etwa 4,53 USDollar auf verschiedenen Exchange-Plattformen gekauft werden. Während des sogenannten ICO (Initial Coin Offering) konnte Aeternity über 12 Millionen USDollar aufnehmen.

Ein ICO ist eine unregulierte Methode des Crowdfundings, die von Firmen genutzt wird, deren Geschäftsmodell auf Kryptowährungen basiert. Die Geldgeber investieren mit der Hoffnung auf Rendite und erhalten im Gegenzug zum Beispiel Anteile an der neu emittierten Kryptowährung. Mehr als hundert Blockchain-Unternehmen haben sich laut Rechtsanwalt Thomas Nägele bereits im Land angesiedelt. Die liechtensteinische Bank Frick beispielsweise bietet ihren Kunden nicht nur Kontodienstleistungen an, sondern auch die Begleitung bei der Kapitalbeschaffung über ein ICO oder den Geldwechsel zwischen verschiedenen Kryptowährungen. Weil Gründer und Unternehmer bei Schweizer Finanzinstituten oft auf geschlossene Türen stossen, wandern auch immer mehr Unternehmen nach Liechtenstein ab. Bei der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBV) habe man «das Problem erkannt und arbeite mit Hochdruck» an seiner Bewältigung. SBV-Sprecherin Michaela Reimann zufolge soll eine Arbeitsgruppe neue Prozesse entwickeln, mit denen sich die Herkunft von Mitteln in Kryptowährungen überprüfen lässt.

 

Der Text ist zuerst in der Wochenzeitung „Wirtschaft regional“ erschienen.

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