Mit Eschner Technik zu Bronze

Von Stephan Agnolazza

In Pyeongchang geht es um Hundertstelsekunden. Deshalb setzten die beiden deutschen Top-Rennrodler Toni Eggert und Sascha Benecken an den Olympischen Winterspielen auf das Know-how des Thyssenkrupp Presta TecCenters in Eschen. Das Ergebnis: Bronze.

Toni Eggert und Sascha Benecken beim Teamstaffel-Rennen des Rennrodel-Weltcups in Altenberg 2017 (Wikimedia / Sandro Halank)

In Liechtenstein grassiert das Rennrodel-Fieber schon seit Längerem. Zumindest für Eschen, oder noch genauer das Thyssenkrupp Presta TecCenter, trifft diese Aussage sicher zu. Schliesslich wird dort seit Jahren an einem Rennrodel getüftelt und gebaut. Und genau ein solcher ist bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang zu Bronze gefahren. Die deutschen Spitzenrodler Toni Eggert und Sascha Benecken fahren bereits seit Längerem mit einem Rodel aus Eschen den Eiskanal hinunter. Um ihn möglichst schnell zu machen, wird das Wissen aus dem ganzen Rheintal genutzt.

Ein Kampf um Hunderstelsekunden

Beim Rennrodel geht es vereinfacht gesagt darum, dass man möglichst schnell eine Eisbahn hinunterrodelt. Dabei erreichen die Athleten bis zu 130 km/h. Was relativ simpel klingt, ist aber sowohl für Mensch als auch Material eine riesige Herausforderung. Die besten Athleten liegen oft nur Sekundenbruchteile beieinander. Deshalb kommt dem Rodel eine besondere Bedeutung zu: Jede kleine Anpassung hat unmittelbare Auswirkungen auf die Zeit. Vor einigen Jahren traten deshalb die beiden deutschen Rennrodler Eggert und Benecken an ihren Sponsor, die Thyssenkrupp, heran. Diese erklärte sich bereit, den beiden ehrgeizigen Piloten bei der Entwicklung und dem Bau eines neuen Rodels zu helfen. Bereits vor zwei Jahren erklärte Projektleiter Alex Meier gegenüber «Wirtschaft regional», wie wichtig die Abstimmung der einzelnen Teile und des Materials seien. Man habe sich dabei vor allem auf die grosse Erfahrung der Ingenieure bei der Fertigung und Entwicklung von gebauten Nockenwellen für die Automobilindustrie verlassen können. Denn auch dort spielen die gezielte Nutzung von Materialeigenschaften und die Reibungsreduzierung eine wichtige Rolle.

Komplexes Zusammenspiel

Das Know-how hat man sich dafür im TecCenter in Eschen aufgebaut, in dem ein Team um Maschinenbauingenieur Alex Meier zusammen mit den beiden Athleten die Fahreigenschaften des Rennrodels und das Material für die Gleitschienen kontinuierlich bis zum Optimum weiterentwickelt haben. Neben wichtigen Kriterien wie Biegesteifigkeit, Lenkbarkeit sowie Verstellbarkeit und Fahrdynamik befassten sich die Ingenieure des TecCenters stark mit den geschwindigkeitsrelevanten Aspekten der Gleitschienen. Beim Bau des optimierten Rennrodels war neben dem Ingenieurwissen vor allem die Werkstoffkompetenz von entscheidender Bedeutung, mussten doch rostfreie Stähle und Carbon neben Holz, Elastomeren und anderen Materialien an den dafür vorgesehen Stellen präzise eingesetzt werden.

Vieles kommt aus dem Rheintal

Als besonderer Vorteil bei der Entwicklung strich Alex Meier bereits vor zwei Jahren den Standort Eschen hervor: «Wir mussten wenig Materialien von weiter her bestellen. Das Silicon Valley Rheintal bietet uns die perfekten Bedienungen, um solche innovativen Geräte herzustellen. Die Wege sind kurz und die Qualität ist auch im globalen Vergleich erstklassig», so Meier. Man sei sich dessen in der Region oftmals noch zu wenig bewusst. Meier selbst weilt derzeit in Südkorea, um das Spektakel vor Ort mizuverfolgen.

 

Der Text ist zuerst in der Wochenzeitung „Wirtschaft regional“ erschienen.

 

Bild: Toni Eggert und Sascha Benecken beim Teamstaffel-Rennen des Rennrodel-Weltcups in Altenberg 2017 (Wikimedia / Sandro Halank)

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