Plattform schafft Transparenz für Investor und Start-up

Von Yvonne von Hunnius

Am ersten März starten Absolventen der Universität Liechtenstein die Plattform investory.io, die Investoren und Gründer zusammenbringt und auf den neuesten Stand hält. Laut Mitgründer Florian Tausend soll damit das Investor-Relationship-Management revolutioniert werden.

Die neue Plattform will die Beziehung zwischen Investoren und Start-ups revolutionieren.

Welches Problem will investory.io lösen?

Florian Tausend: Im Jahr 2016 wird es mehr Investoren und Startups geben als je zuvor. Trotz der steigenden Anzahl an Investoren und Startups existiert aber keine Plattform-Lösung, die einen effizienten Austausch von öffentlichen und privaten Informationen ermöglicht. Investory löst genau dieses Problem.

Kennen Sie das aus eigener Erfahrung?

Ja. Zum einen arbeiten wir eng mit Investoren zusammen, zum anderen haben wir Erfahrung aus bislang erfolgreich entwickelten Unternehmen. Investoren wollen wissen, was mit ihrem Geld passiert und können dank unserer Plattform fortwährend auf individuell angepasste Informationen zugreifen und sich auf dem Laufenden halten. Als Startup wiederum ist es unglaublich aufwendig, allen Investoren regelmässige Updates zu aktuellen Entwicklungen zukommen zu lassen - das geht nun dank Investory mit einem Klick.

Inwieweit unterscheidet sich investory.io aber dann letztlich von Plattformen, die schlicht Startups mit Investoren zusammenbringen?

Eine Plattform wie investory.io, die einerseits spezifisch angepasste Informationen, wie Performance-Kennzahlen und Updates zu aktuellen Entwicklungen für Investoren bündelt und anderseits Zugang zu einem breiten Netzwerk an Investoren und Unternehmen schafft, gibt es im Moment noch nicht. Dabei ist investory.io nicht nur eine Plattform für Startups: Sie ist ein ebenso nützliches Tool für KMU und grössere Unternehmen. Jedes Unternehmen, jeder Investor – ob Business Angel, Crowdfunder oder Venture-Kapitalgeber – kann über uns sein Investor-Relationship-Management abwickeln, einfach und an das digitale Zeitalter angepasst.

Aber soll Investory.io den persönlichen Kontakt dann ganz ersetzen?

Das hängt ganz von der Beteiligungsform ab. Nehmen wir Crowdfunding als Beispiel. Nur die wenigsten Investoren haben hier persönlichen Kontakt zum Unternehmen. Bei direkten Investitionen ist der persönliche Kontakt hingegen unersetzlich, findet aber auch nicht regelmässig statt. Und genau hier hilft investory.io. Beispielsweise werden monatliche Performancekennzahlen, oder kurz gesagt KPIs, einfach und bequem zugespielt und sind fortwährend abrufbar.

Gibt es eine kritische Menge an Startups, an denen ich als Investor interessiert bin, damit das Tool sich für mich lohnt?

Als Investor lohnt sich unsere Plattform ab der ersten Investition. Investory.io gibt dem Investor das Big Picture zum Unternehmen. Einerseits werden alle Informationen aus Social-Media-Kanälen gebündelt, andererseits private Shareholder Informationen, wie beispielsweise KPIs, angezeigt. Neben dem Zeitgewinn bekommen Investoren Zugriff auf einen umfangreichen Pool an Unternehmen, die nach Finanzierungen suchen wodurch sich neue Investitionsmöglichkeiten ergeben.

Die Nutzung ist kostenlos - womit soll investory.io Einnahmen generieren?

Die Hauptfunktionen von investory.io sind natürlich kostenlos. Zusätzliche Funktionen werden im ersten Monat gratis zur Verfügung gestellt. Ist das Unternehmen vom Nutzen der Plattform überzeugt und möchte die speziellen Features weiter verwenden, wird ein überschaubarer Betrag berechnet.

Und wer genau steckt hinter der Idee?

Die Idee kommt aus dem Hause des Speedstartstudios, dem sogenannten Company-Builder im Alpenrheintal schlechthin. Die Studios werden von Christoph Böckle und Michael Breidenbrücker geführt. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Studierenden und dem Manager des Masterstudiengangs Entrepreneurship, Matthias Filser, wurde das Projekt schliesslich zur Realität. Ich selbst darf mich CEO nennen, was allerdings noch nichts bedeutet, ausser viel Arbeit. An dieser Stelle gibt es auch gleich einen Ausruf: Wenn Ihr besondere Fähigkeiten im IT-Bereich, Online-Marketing oder in anderen Bereichen habt - wir sind auf der Suche nach passenden Kollegen.

Inwieweit hat Ihnen das Entrepreneurship-Studium in Vaduz beim Projekt geholfen?

Das Entrepreneurship-Studium hat das ganze Projekt erst ermöglicht. Neben dem unternehmerischen Mindset, das den Studenten mitgegeben wird, ist es auch der Ort, der alle Beteiligten zusammengebracht hat.

 

Zur Person:

Florian Tausend ist Mitgründer und Geschäftsführer des startenden Jungunternehmens investory.io. Nach einem dualen Bachelorstudium arbeitete er zwei Jahre in München als Management Associate und sammelte Erfahrungen als Assistent des CEO bei der Brainlab AG. Sein Masterstudium Entrepreneurship an der Universität Liechtenstein schliesst er in diesem Sommer ab. Im Speedstartstudio Dornbirn hat er als Working Student begonnen und an Investory.io gleich Feuer gefangen. Drei der Projekt-Beteiligten haben Entrepreneurship an der Universität Liechtenstein studiert.

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