„Sind kein Think Tank, sondern ein Action Tank“

Von Stephan Agnolazza

Vor einem Jahr wurde die Liechtensteiner Denkfabrik THE HUS.institute gegründet. Im August feierte sie mit hochrangigen Gästen Geburtstag. Ziel von THE HUS.institute ist es, am Beispiel von Liechtenstein aufzeigen, wie der digitale Wandel in der Wirtschaft stattfinden kann.

Bild: zVG

„Es wird viel darüber gesprochen, aber wenig gemacht“, erklärte Christopher P. Peterka, einer der Co-Gründer vom THE HUS.institute. Er und der andere Co-Gründer, der Liechtensteiner Rudolf Hilti, hatten vor einem Jahr den Think Tank in Vaduz gegründet. Im August feierten sie ihren ersten Geburtstag und luden Mitglieder aus der ganzen Welt ein. Dazu organisierte der Think Tank auch ein Panel an der Universität Liechtenstein, wo unter anderem Vertreter des Massachusetts Institute of Technology, kurz MIT, wie auch der United Nations Technology Innovation Lab vor Ort waren, um über digitale Zukunftsmodelle zu diskutieren. „Wir wollten mit dieser Veranstaltung die Sensibilität für die grundlegende Vision der Vereinten Nationen und deren 17 Nachhaltigkeitsziele vorantreiben“, so Peterka über die Veranstaltung.

Briefe aus Indien

Der noch junge Think Tank will Menschen und Ideen zusammenbringen, wie die beiden Gründer im Rahmen eines Mediengesprächs erläuterten. In diesem Rahmen hat sich im vergangenen Jahr bereits einiges getan. So hat sich die Liechtensteiner Denkfabrik schon Kontakte zur Nasa, zu Google oder zu den bereits erwähnten MIT und UN Technology Innovation Lab geknüpft und strebt entsprechende Kooperationen an. „Unser Kapital ist das Netzwerk“, erklärt dann auch Hilti. Ziel sei es, irgendwann 150 Mitglieder – oder wie es der ThinkTank nennt: Transformers – zu haben. Grösser soll der Think Tank nicht werden. „Wir wollen nicht die ganz grossen Zahlen schieben, sondern wollen eine überschaubare Grösse an interessanten und vor allem interessierten Persönlichkeiten“, erklärt Peterka. „Deshalb führen wir auch mit jedem persönliche Gespräche, weil wir unsere Mitglieder als Menschen kennenlernen und ihre Motivation verstehen wollen.“ Ein Jahr nach Gründung sind es nun 16 Transformer. „Wir verfolgen über alle unsere Aktivitäten einen langfristigen Ansatz. Wir werden deshalb weiter langsam, aber dafür mit den richtigen Leuten wachsen“, ergänzt Hilti.

„Unlängst haben wir einen Brief von einer jungen Dame aus Nordindien bekommen. In diesem legte sie uns ihre Motivation offen, bei uns mitzumachen“, erklärt Peterka. „Dies hat uns natürlich sehr gefreut. Wir sprechen zwar immer vom globalen Dorf, welches die Welt dank dem Internet geworden ist, aber es freut uns umso mehr, wenn wir die Resultate sehen.“

Gute Resonanz

Die Denkfabrik will Menschen vernetzen, welche mit einer positiven Grundstimmung an die Herausforderungen der Zukunft herangehen. Man wolle keine theoretischen Konzepte durchwälzen, sondern agieren. „Wir sind eigentlich kein Think Tank, sondern ein Action Tank“, erklärt Hilti. Man wolle am Beispiel Liechtenstein aufzeigen, wie man die Transformation von der alten Ökonomie hin zur digitalen Ära gestalten könne. Dazu führt der junge Think Tank auch Gespräche mit der Regierung – und stösst auf positive Resonanz. „Liechtenstein wird gerade auch von internationalen Organisationen als neutral wahrgenommen. Das ist für uns als Think Tank ein Riesenvorteil, weil man weiss, dass wir ohne Hintergedanken arbeiten“, so Hilti. Dank der kurzen Wege sehe man  in Liechtenstein auch die Chance, zukunftsweisende Projekte anzustossen, ergänzt Peterka. „Wir alle sind davon überzeugt, dass der heutige Weg, wie die Welt funktioniert, nicht mehr funktioniert“, so Peterka weiter. „Unsere Vision ist es, dass wir in Liechtenstein die alten Strukturen durch neue ersetzen. Diese Erfahrungen, welche wir hier machen, wollen wir dann mit der Welt teilen.“

Für alle statt nur für wenige

„Die Digitalisierung verläuft derzeit leider so, dass ein paar wenige vorne wegziehen und der grosse Rest mehr oder weniger stehen bleibt. Das ist gefährlich“, so Hilti. Deshalb sei es dem Institut ein Anliegen, dass quer über alle Gesellschaftsschichten, Branchen oder Berufe über das Thema diskutiert wird, wie man eine bessere Welt in der digitalen Zukunft erreichen könnte. „Deshalb wollen wir in dem HUS möglichst viele unterschiedliche Personen zusammenbekommen.“ Verbinden sollen sie gemeinsame Werte wie Humanität, Offenheit und Courage.

Nach dem ersten Geburtstag will das THE HUS.institute weiter wachsen. Einerseits an Mitgliedern, andererseits will man weitere Kooperationen abschliessen und Projekte lancieren. 

Der Text ist zuerst in der Wochenzeitung „Wirtschaft regional“ erschienen.

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